+++ Wir bauen noch – wenn alles glatt geht, öffnen wir 2024 die Türen! +++
Eines Nachts im Regen war Käthe plötzlich da.
Eigentlich sollte sie mit einer Wunde am Flügel in die Wildvogel-Pflegestelle ziehen, gesund werden und wieder ein stolzer, wilder Kolkrabe am Himmel über Brandenburg sein.
So kam es nicht.
Die angekündigte Wunde war keine einfach Verletzung, das zeigte sich beim ersten Blick in die Transportbox. Der Flügel war gebrochen und beim Röntgen zeigte sich der Grund: Jemand hatte auf Käthe geschossen. Das Projektil steckte tief in der Schulter, der Knochen war kompliziert gebrochen. Auch eine Operation konnte den angerichteten Schaden nicht beheben. In einer zweiten Operation musste der Flügel letztlich amputiert werden, da es zu Komplikationen bei der Heilung kam.
Bei so manchem Wildtier hätte man an dieser Stelle die Entscheidung für eine Einschläferung treffen können. Käthe jedoch war von der ersten Minute an so umgänglich und verständig, dass sich das nicht richtig anfühlte. Oft kommen Kolkraben sehr wohl in Gefangenschaft zurecht und Käthe schien ein solcher Kandidat zu sein, also gaben wir ihr die Chance, immer mit der Option, sie doch noch gehen zu lassen, falls sie in der Voliere unglücklich wirkt.
Käthe hat sich für das Leben entschieden und sich bestens arrangiert. Sie führt nun ein gesundes Leben als Fußgänger. Da das auf Dauer aber zu langweilig ist und so viele andere Tiere auch ein Zuhause brauchen, um leben zu dürfen, bekam Käthe ein Dorf.
Und weil auch ein Rabe einen Job braucht, bekam Käthe kurzerhand den Posten als Botschafterin für den Tierschutz zugesichert. Allerhand Nachbarn übernehmen die Stellvertretung. Einige von ihnen könnt ihr unter „Unsere Tiere“ kennenlernen.